Das Dörren von Obst ist eine uralte Methode um Obst für eine lange Zeit haltbar zu machen. Erste Berichte über das Dörren stammen dabei bereits aus dem Mittelalter. „Damals“ wurde hierfür das zu dörrende Obst auf Schnüren aufgefädelt und an warmen Orten für viele Tage bzw. Wochen aufgehängt um die Früchte zu dehydrieren, sprich: Dem Obst die Flüssigkeit zu entziehen und das Verderben zu verlangsamen bzw. im besten Falle völlig zu stoppen. Alternativ wurden auch sogenannte „Darren“ verwendet, spezielle Gestelle zur Trocknung der Früchte.

Heutzutage steht ein deutliches Plus an technischen Hilfsmitteln zur Verfügung, die zum Dörren genutzt werden können. Als einfachste Version steht dabei natürlich der Backofen zur Verfügung. Industriell erfolgt das Dörren in der Regel mit einer Gefriertrockung. Bei der Gefriertrocknung werden die zu trocknenden Früchte zuerst eingefroren, dadurch erstarrt die Flüssigkeit. Anschließend wird durch eine Vakuumierung der einzelnen Gegenstände der Siedepunkt der enthaltenen Flüssigkeit (idr. Wasser) soweit herabgesetzt, dass eine sehr schnelle Verdunstung der Flüssigkeit ermöglicht wird. Angewandte Physik ist schon etwas tolles :).

Leider stehen mir in der heimischen Küche keinerlei Apparaturen zur Gefriertrocknung zur Verfügung, sodass ich hier auf den Ofen zurückgreifen musste. Hierbei bin ich dann auf das Blogevent von der lieben Herzensköchin und ihr Rezept für gedörrte Äpfel gestoßen, welches ich nachfolgend reproduzieren will.

Als kreativer Geist und meiner Vorliebe für Mango folgend habe ich es auch noch mit einer tollen Mango versucht. Mangos sind, wie ich gelernt habe, nicht ganz so einfach zu dörren. Erwartungsgemäß dauerte es aufgrund des höheren Wassergehalts deutlich länger und bei den Gewürzen war ich auch etwas vorsichtiger. Etwas leckeres ist dabei aber leider nicht entstanden. Daher bei den Obstsorten vielleicht ein wenig vorsichtig sein, es funktioniert grundlegend wohl mit sehr vielen Obstsorten, ob das Resultat im Folgenden aber genießbar ist steht auf einem anderen Blatt.

Nichts desto trotz hier das Rezept:

Bratapfelchips
Verfasser: 
Art: Snack
Vorbereitungszeit: 
Arbeitszeit: 
Gesamtzeit: 
 
Zutaten
  • 300gr Äpfel
  • 7 TL Vanillezucker
  • 1 TL Zimt
  • 1EL gemahlene Mandeln
  • ½ Vanilleschote gemahlen (ich habe dafür immer "alte" vertrocknete Schoten aufbewahrt die ich dann frisch Reibe)
  • 1 Msp Nelke
  • kleines Stück fein gehackter frischer Ingwer
Zubereitung
  1. Backofen auf ca. 70-80°C vorheizen
  2. Gewürzmischung herstellen: Gemahlene Mandeln mit Zucker, Zimt, der Vanille und dem frischen Ingwer vermengen. Ich weiche dabei von dem ursprünglichen Rezept ab indem ich frischen Ingwer benutze. Ich mag das frische Aroma einfach etwas lieber.
  3. Mit einem Entkerner werden nun die Äpfel entkernt und in dünne Scheiben von ca. 2mm geschnitten. Aufpassen damit die Scheiben nicht zu dünn werden, da sonst die Chips zu zerbrechlich werden; beim Dörren geht noch ein guter Teil des ursprünglichen Volumens der Äpfel verloren
  4. Die geschnittenen Apfelringe werden auf einem Blech verteilt und schön dick mit der Zucker/Gewürzmischung aus Schritt #2 eingerieben.
  5. Die Bleche bzw. das Blech nun in den vorgeheizten Ofen geben und für ca. 3-4h darin lassen. Die Ofentür muss während des gesamten Vorgangs ein Stückchen geöffnet sein, da sonst der Wasserdampf nicht entweichen kann.
  6. In der Mitte des Dörrvorganges die Scheiben einmal wenden.
  7. Nach Ablauf der Zeit die Bleche aus dem Ofen entnehmen und zum auskühlen beiseite stellen. Direkt nach dem herausnehmen die Apfelscheiben erstmal noch sehr weich, diese härten dann aber sehr schnell aus.

Wohl bekomms!

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