Oder auch: Ein Hermann mit karamellisierten Pistazien und Haselnüssen.

Es „hermannt“ wieder in den deutschen Küchen. In mehr oder weniger regelmäßigen Zyklen bekommt gefühlt jeder zweite Haushalt Deutschlands einen Hermann, den er hegen und pflegen darf und an seine liebsten weitergeben soll. Die Reaktion meiner Mutter auf ein „hey du bekommst einen Hermann“ war nicht gerade freudestrahlend :).

Hermann, der ein wenig wie das virale-Marketing der Kuchen wirkt, ist dabei ein Sauerteig der in einem längeren Prozess gezüchtet wird. Das Konzept dieser Sauerteige ist bereits seit der Antike bekannt (vermutlich gibt es deswegen auch schon Hermanänner in der 1000. Generation :D).

Natürlich gibt es etwas ähnliches auch in den USA. Hier heißt er „Amish Friendship Bread“. Die Herkunft steckt dabei schon ein wenig im Namen. Hier dient er dann aber oftmals als milde Gabe an Arme oder Bedürftige. Die amerikanische Variante hat jedoch geschmacklich mit der europäischen relativ wenig gemeinsam, diese ist dabei eine deutlich süßer.

So geht der Hermann (andere Bezeichungen sind auch Vatikanbrot, Franziskusbrot oder Glücksbrot) aktuell durch die deutsche Blogosphäre. Mein Teig kam dabei von der lieben Sugarprincess und wurde von mir weitergereicht an Björn von happy plate, Janina von Cucina Diamanti und Carla von Herbs an Chocolate. Damit hat meiner wohl einen sehr hohen Verbreitungsgrad in der Münchner Metropolregion :).

Anbei gibt es dann auch mein Rezept für den Pi(e)mann. Hier muss man unterscheiden, will man die Hermann Generation beenden (neiiiheiiiiiiin!) oder weiterfüttern? Wenn Ersteres, verwendet ihr das untere Rezept, wenn Zweiteres dann fängst du bei deinem Hermann Kind an und führst in in seine nächste Generation.

Ich habe mich dabei vom klassischen Vatikanbrot Rezept mehr oder weniger stark entfernt, lecker war es dennoch :).

Zutaten (Gesamt inkl. einer Generation Hermänner)

  • 1 geschenktes Herrmann-Kind
  • 500 g Mehl
  • 400/500 g Zucker
  • 3 Eier
  • 480 ml Milch
  • 250 g Mehl
  • 1/2 Pck. Backpulver
  • 3 Eier
  • 1 gehäufter EL Vanillezucker
  • 200 g Butter
  • 50gr gehackte Vollmilch Schokolade
  • 50gr gehackte Pistazien
  • 50gr gehackte Mandeln
  • 30gr Zucker

Zutaten (Ohne eine weitere Generation)

  • 1 geschenktes Herrmann-Kind
  • 250 g Mehl
  • 1/2 Pck. Backpulver
  • 3 Eier
  • 1 gehäufter EL Vanillezucker
  • 200 g Butter
  • 50gr gehackte Vollmilch Schokolade
  • 50gr gehackte Pistazien
  • 50gr gehackte Mandeln
  • 30gr Zucker

Tag 1 Gib 250 g Zucker dazu. Leicht umrühren!
Tag 2 Gieße 230 ml gekochte und abgekühlte Milch dazu – nicht umrühren!!!
Tag 3 Gib 250 g Mehl dazu – nicht umrühren!
Tag 4 Heute darfst du umrühren.
Tag 5 Gib 250 g Zucker (wer möchte auch nur 150 g), 250 ml Milch und 250 g Mehl dazu. Rühre alles unter und teile den Teig auf 4 Portionen auf. 3 Portionen verschenke weiter.

Zubereitung des Kuchens (am 6. Tag):

#1 Den Zucker mit einem Schuß Wasser karamellisieren. Wenn der Zucker flüssig ist gibt man die gehackten Pistazien und Mandeln hinzu.

#2 Alle Zutaten, exklusiv der Schokolade und den karamellisierten Nüssen, miteinander vermischen

#3 Erst am Ende des Rührvorganges die Schokolade und die Nüsse unterheben.

#4 Ofen auf 175°C vorheizen.

#5 Im vorgeheiztem Ofen den Pi(e)mann für 60 Minuten backen. Mit der Stäbchenprobe kann man testen ob der Kuchen bereits fertig ist.

 

Ein Hermann geht auf Reisen

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