(Foto: GHM)

Am gestrigen Samstag durfte ich einer Einladung zum Bloggerfrühstück auf der Food & Live in den Münchner Messe hallen folgen. Während der laufenden Heim & Handwerk gibt es dabei in einer der Hallen einen separierten Bereich, in dem es nur um Lebensmittel und Delikatessen geht. Küchen & Kochen spielen zwar auch eine große Rolle, diese Themen werden aber auf der regulären Heim & Handwerk abgearbeitet.

Wer die Messe heute noch besuchen will, sollte sich sputen: Am Sonntag, den 30.11 ist der letzte Messetag, an welchem die Tore noch bis 19:00 geöffnet sind. Ansonsten freuen sich die Veranstalter natürlich im nächsten Jahr, auf der Heim & Handwerk 2015 bzw. der Food & Life 2015 vom 25. – 29. November 2015, auf euch.

Zum Treffen der Foodblogger kamen dabei sehr viele Gesichter aus der Münchner „Szene“: Alice, Claudia, DorothéeMelanie und Petra. Es sag noch einer, es gäbe keine Männerquote :). Hier auch ein kurzer „Rant“ meinerseits. Es waren Anfangs deutlich über 10 Leute angemeldet, von denen am Ende nur „wir“ erschienen sind. Ich finde sowas den Veranstaltern gegenüber unverschämt, auch hier hocken Menschen/Teams die Zeit, Geld und viel Geduld darauf verwenden diese tollen Sachen zu organisieren.

Eine Planung von solchen Veranstaltungen hängt maßgeblich von der Anzahl der teilnehmenden Personen ab, wenn dann aber regelmäßig die Hälfte der Leute nicht kommt, braucht man sich nicht wundern, wenn solche Events zukünftig nicht mehr angeboten werden.

Los ging unsere Führung gegen halb 10 mit einem kleinen Frühstück von der Bäckerei Dümig. Richtig – die Bäckerei Dümig, die ich bereits auf der eat&style für ihre genialen Backwaren gelobt habe. Leider haben die Mädels & Jungs immer noch keine Filiale in Schwabing bzw. im Münchner Stadtkern, sodass ich deren Backwaren weiterhin nur selten genießen darf. :(.

Auch wenn ich der Verwendung von Erdbeeren um diese Jahreszeit durchaus kritisch gegenüberstehe, die Krapfen war total lecker. Aufgrund der Größe und der reichlich verwendeten Schokolade allerdings nicht ganz einfach zu essen. Nach dieser Stärkung ging es dann auf eine kulinarische Rundreise über die Messe.

Auf der ersten Station konnten wir verschiedene Pfeffer Sorten und als besonderes Special ein Pfefferbier versuchen. Auch wenn ich, wie man vielleicht weiß, kein sonderlicher Verehrer des güldenen Hopfensaftes bin, probieren tue ich natürlich alles gerne :). Das Pfeffer-Weizen zwar ansich eine sehr interessante Geschmacksnote. Schade fand ich: Die Basis des Bieres war eine sehr dominante, nach Grapefruit schmeckende Version des Weizenbieres. Der Pfeffergeschmack kam primär im Nachgang. Ein Kauf für meine Wenigkeit würde wohl flach fallen (siehe oben), grundsätzlich aber eine interessante Sache.

Anschließend ging es weiter zu einem meiner persönlichen Highlights der Messe: BackDeinBrot. Hier hat man richtig gemerkt, dass der Geschäftsführer und Innovator dieses Produkts sein Produkt richtig „geil“ findet und zu 100% hinter seiner Idee steht. Um was geht es? Einfach gesagt: Fertige Sets zum Brotbacken. Alle Zutaten die ein gutes Brot benötigt werden hier in einer Box geliefert  und können mit der beiliegenden Anleitung sehr einfach selbst gebacken werden. Es handelt sich dabei jedoch um keine Backmischungen, sprich: In den Boxen sind wirklich nur die reinen Zutaten enthalten, keine unendlich lange Liste von Stabilisatoren, Farbstoffen und sonstigen Produkte. Einfach Mehl, Hefe, Salz, … Geil!

Für mich persönlich ist Brot DAS deutsche Aushängeschild, noch nirgends auf der Welt konnte ich eine solch reichhaltige Auswahl qualitativ hochwertige Produkte beobachten und probieren. Daher ist das denke ich eine optimale Lösung für Exil-Deutsche, die aber dennoch weiterhin gutes Brot genießen möchten.

Die Motivation von BackDeinBrot ist aber leider ein wenig im Aussterben dieser Branche begründet, immer mehr Bäcker sterben weg, bzw. setzen bei ihren Produkten mehr auf Fertigprodukte aus fremden Ländern. Die Betreiber der Mühlen leider darunter sehr und versuchen sich daher mit solchen Produkten ein zweites Standbein aufzubauen.

Auch wenn mir die Idee gefällt, ich finde es dennoch schade, dass ein solches Vorgehen überhaupt notwendig ist. Hier wird eine der größten deutschen Künste immer mehr verschludert. Schade!

Eines von diesen Backsets werde ich in den nächsten Wochen mal ausprobieren (ich hoffe, ich denke an einen Blogeintrag…), die Proben auf der Messe waren aber schon mal sehr lecker.

BackDeinBrot - Brotbacksets

BackDeinBrot – Brotbacksets

Auch mein zweites Highlight will ich euch nicht vorenthalten: eingeweckt.de. Dabei werden, wie der Name schon sagt, Produkte vorgekocht, eingeweckt und nach Hause geliefert. Hauptaugenmerk der Produkte liegt dabei auf regionalen und saisonalen Waren in Kombination mit guter, ehrlicher Hausmannskost. Das ganze wird dann in Weckgläsern haltbar gemacht und kann somit ca. 6 Monate gelagert werden. Sehr schöne Idee wie ich finde. Auch wenn ich das Produkt sehr lecker fand, die Preise sind mit ca. 7-9 Euro (siehe Homepage) ein wenig hoch gegriffen. Für ein schnelles Mittagessen im Büro wäre mir das ehrlich gesagt zuviel, da viele Restaurants bereits für 5-7€ einen Mittagstisch anbieten.

Ich könnte/kann mir gut vorstellen, ein paar dieser Gläser als Notfallreserve für „Bettsonntage“ im Haus zu haben. Viele der Gerichte gehen ein wenig in die Richtung des „Soulfoods“. Prinzipiell halte ich das ganze aber für eine spitzen Idee!

Verschiedene Speisen von eingeweckt.de

Verschiedene Speisen von eingeweckt.de

Alles in allem war ich von der Food & Life sehr begeistert, qualitativ haben mir die Produkte im Durchschnitt deutlich besser gefallen als auf der eat&style. Auch die Auswahl war meiner Meinung nach deutlich bunter. So gab es nicht nur einen Wein Stand neben dem anderen (Schinken und Geräuchertes war meiner Meinung nach ein wenig zu oft vertreten), sondern auch eine Vielzahl wirklich toller Innovationen und neuer Produkte. Auch die Unterteilung in „Slow Food“, „Regionale Produkte“ und alle anderen fand ich persönlich sehr gelungen.

Ich bin nach Abschluss der Führung noch ein wenig alleine durch die Hallen gestrichen, aber dann relativ zeitnah „geflüchtet“. Viel zu viele Menschen für mich :). Beim Rundgang hat sich aber das vorhergehende Bild durchaus bestätigt. Tolle Waren, tolle Produkte.

Besonders hervorheben will ich hier noch eine (in meinen Augen) tolle Entwicklung im Bereich der Weine. „Früher“ waren Winzer ja oftmals in der Alterskategorie 50+ anzusiedeln. Ich habe für mich in den letzten Monaten/Jahren einen extrem Wandel erlebt. Jüngere Winzer bringen einen frischen Wind in die gesamte deutsche Weinlandschaft, weg von der traditionellen Einheitskost, hin zu wirkliche tollen und innovativen, die sich auch einfach mal trauen „anders“ zu sein und mit alten Bräuchen abzuschließen.

Nach Abschluss meiner „Lebensmittel“ Tour habe ich mich dann noch etwas länger mit einem Küchenstudio bzw. einer Schreinerei unterhalten, da ich ja bereits seit längerem auf der Suche nach einer neuen Küche bin. Mal sehen, vielleicht ergibt sich hier ja etwas :).

Ein kleines Wehwehchen habe ich aber noch: Wie bereits auf der eat&style, die Auswahl mancher Stände. Ich sehe irgendwie keinen Kontext zwischen der Heim&Handwerk und der Bundeswehr. Diesen Punkt fand ich bereits auf der eat&style sehr unpassend.