Bedingt durch das Foodbloggercamp 2015 in Reutlingen ging es die letzte Woche hier ein wenig drunter und drüber. Im Laufe der Woche werde ich noch einen längeren Artikel mit vielen Fotos über das Camp online stellen. Die Gründe hierfür sind ein wenig vielfältig, die Arbeit wird nicht weniger, man hat eh kaum Zeit und will dennoch alles unterkriegen. Daher gibt es diese Woche einen sehr schnellen Hauptgang, der aber nicht weniger lecker ist. Von der Idee her erinnert das  Jambalaya (nicht zu verwechseln mit dem kongenialen Lied von Casper) ein wenig an Surf ’n Turf: Fisch kombiniert mit Fleisch. Anders als Surf & Turf handelt es sich bei dem Jambalaya aber nicht um ein nordamerikanisches Gericht.

Ein Jambalaya kommt eher aus der kreolischen Küche und erinnert mich persönlich fast ein wenig an eine leckere Paella . Manche Stimmen behaupten auch, dass das Jambalaya ein Deriviat der Paella ist. (Ich wurde darauf hingewiesen, dass der Wortstamm des Jambalaya vom spanischen „Jamon (spanisch), bzw. Jambon (französisch); dt. Schinken“ und Aya (Div. afrikanische Sprachen; Reis)). Auch die Zutaten unterscheiden sich relativ deutlich, sodass dies eigentlich der These widerspricht.

Der in meinen Augen große Vorteil dieses Rezepts gegenüber einer klassischen Paella ist jedoch, dass mit der recht kurzen Zubereitungszeit auch eine Zubereitung unter der Woche leicht möglich ist. Während die Paella im Idealfall einige Stunden vor sich hinköcheln sollte, ist man bei der kreolischen Alternative in weniger als einer Stunde fertig. Einfach die Zutaten schneiden, den Reis kochen und anschließend kann man quasi alles fast zeitgleich garen. Abschließend noch abschmecken, Kräuter darüber streuen und schon war ich bereit zum Servieren.

Auch wenn die Zutaten einer Paella recht ähnlich sind, merkt man geschmacklich doch recht große Unterschiede. Durch die scharfe Chorizo (ich habe eine scharfe Variante verwendet, diverse Metzger haben aber auch mildere Varianten im Angebot) und den Liquid Smoke hat man relativ rustikale Noten im Gericht. Eine Paella ist hier wenig eleganter.  Ein großes Problem bei der Besorgung der Zutaten ist der Liquid Smoke, dieser ist leider nicht in jedem Laden erhältlich, diverse Onlinehändler können hier aber leicht Abhilfe schaffen. Hat man gar keine Möglichkeit an den Liquid Smoke zu bekommen, kann man alternativ auch Rauchsalz verwenden. Hier muss man dann ein wenig aufgepasst werden, damit das Gericht nicht zu salzig ist.

Schön ist hier ebenso die Verwendung der grünen Paprika. Im berühmten Paprika Dreierpack findet man diese ja nahezu immer vor, wirklich was anzufangen weiß ich aber oftmals nicht, da ich die deutlich süßeren Aromen der roten, gelben und orangen Paprikaschoten lieber mag. In der Kombination mit den sehr rauchigen Aromen des Jambalaya ist das aber ein nahezu perfekter „Match“.

Smokey Jambalaya mit Garnelen und Chorizzo
Verfasser: 
Art: Hauptspeise
Stil: Kreolisch
Vorbereitungszeit: 
Arbeitszeit: 
Gesamtzeit: 
Portionen: 3 Portionen
 
Zutaten
  • 1 Gemüsezwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 grüne Paprikaschote
  • ½ TL Paprikapulver
  • 1 Dose Tomaten
  • 150gr Garnelen
  • 125gr Chorizo
  • 200gr Wildreis
  • 2 EL Butter
  • 1 TL Liquid Smoke (kann durch Rauchsalz ersetzt werden)
  • Schwarzer Pfeffer
  • Salz
  • Verschiedene Kräuter (ich habe Petersilie und Schnittlauch verwendet)
Zubereitung
  1. Zu aller Erst muss man den Reis kochen, der von mir verwendete Wildreis hatte eine Garzeit von ca. 40 Minuten, je nach Sorte kann diese Zeit jedoch deutlich variieren. Es macht jedoch nichts, wenn der Reis einige Minuten Zeit abkühlt.
  2. Während der Reis kocht, schneidet man die Paprika und die Gemüsezwiebel in Würfel und hackt die Knoblauchzehe. Anschließend nur noch die Chorizo in dünne Scheiben schneiden. Je nach verwendetem Darm, muss bei der Chorizo noch die Wursthülle entfernt werden.
  3. Jetzt ein wenig Butter bei mittlerer Hitze in einer Pfanne schmelzen und die Zwiebel, den Paprika und die Knoblauchzehe einige Minuten andünsten.
  4. Nach ein paar Minuten die Garnelen (wenn man tiefgekühlte verwendet, sollten diese bereits vorab aufgetaut sein) und die geschnittene Chorizo zugeben.
  5. Mit den Tomaten angießen und das Ganze ein paar Minuten leise köcheln lassen.
  6. Die Tomaten, Chorizo, Garnelenmischung mit Paprika, Liquid Smoke, Salz und Pfeffer leicht pikant abschmecken. Das Raucharoma sollte schmeckbar, aber nicht zu stark sein.
  7. Den fertig gekochten Reis unterheben und bei mittlerer Hitze noch am Herd stehen, bis die Flüssigkeit nahezu komplett vom Reis aufgesaugt worden ist.
  8. Während der Reis sich vollsaugen darf, hackt man die frischen Kräuter.
  9. Zum Servieren gibt man das fertige Jambalaya in eine Schüssel, streut reichlich gehackte Kräuter und frisch gemahlenen Pfeffer darüber.