.. oder auch das Fleischfressercamp 2015 in Reutlingen, hierzu aber näheres später. Erstmal will ich kurz auf das Konzept des Barcamps eingehen. Ein Barcamp ist vereinfacht dargestellt die simplifizierte Fassung einer Konferenz oder Tagung. Das heißt: Weniger starre Regeln, ein deutliches mehr an Flexibilität bezüglich der Vorträge und eine deutlich lockerere Atmosphäre.

Barcamps…

Barcamps gibt es in den verschiedensten Couleurs, oftmals sind diese aber durchaus ein wenig nerdig angehaucht. Das #FBCR15 war konzeptuell sehr ähnlich, nur eben mit dem Schwerpunkt auf Nahrung und Foodblogs :). Der fast schon größte Unterschied: Es gibt wohl wenige Barcamps die in weniger als 5 Minuten restlos ausverkauft sind, dh. beim FBCR startete der Verkauf um 12 Uhr, bereits um 12:05 Uhr war es nicht mehr möglich sich zu registrieren. Somit darf ich mich voller Stolz zu den schnellsten Foodbloggern Deutschlands zählen 😀 Das Camp war um das Wochenende um den 27. Feb – 1 März und fand in der überragenden Eventlocation, Kochschule und Mietküche von Cooking Concept statt.

Die Reise…

Ich bin dabei mit dem Björn von happy plate bereits am Freitag angereist, das hängt einerseits damit zusammen, dass am Freitag Abend bereits ein kurzes „Beschnuppern“ angeboten wurde und wir andererseits noch einen Abstecher ins Metzingen Outlet unternehmen wollte. Kennzeichnenden für den Ausflug in die Outlet City war wohl: Klamotten gab es kaum, dafür (zumindest bei mir) umso mehr Schokolade von Ritter Sport :-).

Das Camp..

Die ganzen einzelnen Vorträge und Sessions hier ausufernd zu erläutern würde wohl deutlich zu weit führen, daher will hier einfach mal einen kurzen Abriss über die verschiedenen Eindrücke geben, die ich während des Camps ergattern konnte.

Am Samstag ging es erstmal los mit einer groben Vorstellung des Prinzips, der Regeln und Gepflogenheiten. Das Ganze war inklusive einer kurzen Vorstellungsrunde „ich in 3 Worten“, prinzipiell geniale Sache – faktisch war es für mich etwas doof, es war früh und ich war als einer der ersten an der Reihe und wurde doch ein wenig eiskalt erwischt :). Dann ging es aber ganz schnell los mit dem Spaß! Die Sessions wurden geplant.

Die Themen waren dabei bunt gemischt, angefangen bei Diskussionen über blogrelevante Themen, über die Zusammenarbeit mit Unternehmen, aber auch technische Themen wie WordPress kamen nicht kurz. Auch (für mich) äußerst hilfreiche Sessions über Fotografie und Foodstyling wurden gegeben. Beim Foodstyling war ich erstmal recht perplex, wie viele kleine Tipps & Tricks es gibt, um das Essen (ohne es ungenießbar zu machen) fotogen zu bekommen. Interessant fand ich hier auch die Gedanken bzgl. der „Profilfotos“ auf dem Blog, auch wenn ich der Vortragenden inhaltlich vollumfänglich zustimmen kann, mehr Fotos von mir wird es wohl in absehbarer Zeit dennoch nicht geben :-).

(Hier habe ich am Montag unmittelbar damit begonnen, die ersten Einkäufe zu tätigen um eine schnelle Umsetzung der verschiedenen Ideen und „Best Practises“ angehen zu können.)

Auch die Diskussionen mit den Sponsoren waren sehr interessant, so war es sehr interessant mal Einblicke in die diversen Beweggründe von kleinen (und auch größeren) Firmen zu bekommen. Besonders angenehm aufgefallen ist mir hier eine sehr offene und angenehme Diskussion über das Projekt COOKIN von Birkel. Interessant waren auch die verschiedenen Einblicke in das Verlagsgeschäft von Hädecke. So war es hochinteressant hier mal Einblicke zu bekommen, wie ein Kochbuch entsteht und wie sich das ganze finanziert. Auch die zugehörigen Stimmen und Stimmungen von Bloggern waren hochinteressant.

Daneben konnte man auch tolle neue Produkt entdecken und probieren, so hat mich einerseits Peter von Schwarzwald Miso massiv begeistert. Man kann hier richtig spüren, dass das Produkt von jemanden produziert wird, der voll und ganz hinter seinem Produkt steht. Auch die verschiedenen Teesorten und Gewürze von Lebensbaum haben mich beeindruckt, so sehr, dass ich am Montagabend direkt mal eine etwas größere Bestellung auf den Weg gebracht habe.

„Wichtigster“ Sponsor für das leibliche Wohl waren aber fast die (absolut coolen) Jungs von Grillson, mit ihren beiden Grills konnten sie Frauen und Männerherzen gleichermaßen verzaubern. Pelletgrills mit Wlan, sehr viel abgefahrener geht es wohl nicht mehr. Das einzige was noch fehlt ist eine eingebaute Kaffeemaschine, aber die kommt dann sicher auf im nächsten Modell.

Mit den Grillmeistern bekomme ich dann auch die perfekte Überleitung zum Hauptbestandteil des FBCR hin :). Das Essen. Davon gab es viel, reichlich und ausschließlich absolut geniales. Los ging es dabei direkt mit einer Session über Sous Vide (wie mach einer weiß, bin ich ja schon seit längerem auf der Suche nach „meiner“ perfekten Lösung). Dabei gab es Sous Vide gegartes in allen Facetten, neben leckerem Lachs gab es Roastbeef und einen geschmorten Schweinebauch. Auch wenn ich wollte, ich könnte nicht sagen was besser war. Es war einfach alles perfekt.

Bereits während dieser sehr frühen Session hatten sich die Jungs von Grillson ‚warm‘ gemacht, so gab es den ganzen Tag über frisch gegrilltes, angefangen bei Steaks über eine Mais-Poularde bis hin zum geräucherten Lachs grillten die Beiden was die Pellets hergaben. Gelegentlich gab es auch mal  was vegetarisches vom Grill, aber alles in allem war das ganze doch eine recht fleischhaltige Angelegenheit :). Großes Highlight am Grill waren die Wildschwein Salsiccias von Werner, perfekt gewürzt und perfekt gegrillt hätte ich mich an diesen dumm und dusselig futtern können (naaa gut, ich habs auch).

Neben der puren Fleischeslust konnte man aber auch den leckeren Broten frönen, meine persönlichen Favoriten waren dabei ganz klar ein ein dreifarbiger Hefezopf und das rote Beete Brot. DAS können wohl viele Bäcker nicht besser :-). Daneben haben uns auch noch viele andere Köche ganztägig mit leckeren Gerichten versorgt. Man konnte quasi gar nicht alles versuchen, egal ob Pasta mit Garnelen oder ein Linsensalat mit frischen Feigen, eines sah besser aus als das andere!

Spannend fand ich auch die Session zum einfachsten Risotto aller Zeiten. Kuhn Rikon hat dabei mit dem Hot Pan ein wunderbares Küchenwerkzeug vorgestellt. Einfacher kann man verschiedene Gerichte wohl nicht zubereiten. Das zubereitete Orangen-Minz Risotto war einfach nur genial!

Neben dem Hauptspeisen lag ein großer Fokus auch auf den süßen Schweinereien. Mit dem richtigen Codewort (Danke Sonja :D), gab es… Boah ich kanns gar nich ausdrücken.. Den ultimativen Macaron-gasmus, ich habe die Dinger ja schon bei einigen Konditoreien lieben gelernt, aber so Tolle hab ich noch nie gegessen. Bei den Buttercreme und Fondanttorten war ich dann aber rein wenig zurückhaltender, da muss ich (zu meiner Schande gestehen), bin ich nicht unbedingt der größte Fan :(.

Bei den süßen Sachen hat mich dann aber zwei, ansich relativ banale, Sachen am meisten begeistert. Backen mit Matcha und eine süße Pizza mit Feigen :). Matcha ist einfach gesagt eine spezielle Sorte von grünem Tee, die dann auch noch besonders verarbeitet wird. Ein wahnsinnig intensiver und extrem leckerer Geschmack. In Kombination mit den genialen Greenies und dem Matcha Trifles hat mich das ganze in neue Spähren gebracht. Ich hätte nie erwartet, dass das ganze so lecker ist!

Weiteres Highlight war der „Burgerclash“, Schwaben gegen Hessen. Auch wenn beide Burger extrem geil waren, mein ganz klarer Favorit war dann doch die hessische Variante. Gegen Ebblwoi und Handkäs ist alles andere doch für Amateure ;-). Kann aber auch daran gelegen habe, ich hatte zuerst einen „halben Hessen“ und es war schon sehr spät. Die Aufnahmemenge meiner Primär-, Sekundär- und Teritiärmägen war dann doch irgendwann an ihrem Limit angelangt. Das selbe galt am Sonntag der extrem toll riechenden Currywurst, leider hat sich mein Magen, Kopf, Geist und Verstand dagegen gesträubt noch mehr Nahrung aufzunehmen.

Hier wurde aber das Rezept ausgelegt, sodass hier aufgeschoben nicht aufgehoben ist :).

Leider (oder der „figurseidank“) war es dann am Sonntag auch schon zu Ende. Es waren zwei absolut geniale Tage, tolle Erfahrungen, leckeres Essen. Gekrönt wurde der Abschied noch mit ein paar „kleineren“ Überraschungen der verschiedenen Sponsoren. Besonders gefreut habe ich mich dabei über, den von Becker Döring, gesponserten Römertopf. Ein solcher Stand schon seit Ewigkeiten auf meiner „to buy“ Liste, wirklich durchringen konnte ich mich dazu aber nie :(. Aber auch die vielen anderen tollen Sachen von Villeroy & Boch, Hädecke, Kuhn Rikon, Miso, Sojola haben mich riesig gefreut. Auf ein anderes Highlight, einen Besuch im Kino freue mich erst in einigen Tagen :).

Gar nicht so toll war…

Zum Abschluss muss ich dennoch noch einen „Rant“ loslassen, oftmals wird ja in der „Szene“ explizit betont wie wichtig doch Nachhaltigkeit, schonender Umgang mit Ressourcen und hoher Lebensmittelqualität gelegt wird. Nach diesem Wochenende muss ich dazu nur sagen: Ich kann nicht soviel Essen wie ich kotzen möchte. Wasserflaschen, Säfte etc. werden eingeschenkt, einmal vielleicht auch zweimal getrunken und dann stehen gelassen (und in Folge dessen natürlich später entsorgt). Noch dazu wurden UNMENGEN! an Lebensmitteln am Ende quasi entsorgt, da in Mengen bestellt wurden, die laut Marcus von Cooking Conecpt für mehr als DOPPELT (!!!) so viele Personen ausgereicht hätten.

Tut mir leid, da hört es für mich auf: Es mag ja durchaus sein, dass man sich mal ein wenig verkalkuliert und zuviel bestellt, aber bei knapp 50 Personen um den Faktor zwei daneben zu liegen ist schon derbe, auch das mit den Getränken. Es waren über 50 Leute anwesend, die sich viel mit Lebensmitteln beschäftigen und auseinandersetzen, darunter auch nicht nur einer der sich hauptberuflich damit auseinander setzt, da kann doch sowas nicht angehen.

Hier hat Markus am Sonntag noch kurz aus dem Nähkästchen geplaudert, er hat quasi 3 volle Kästen Getränke mehr oder weniger entsorgen müssen. Geht einfach ganz und gar nicht, mit einem solchen Verhalten kann sich der Fritz von reg.io Jahrelang hinstellen (meiner Meinung nach ein richtig tolles Projekt). Wenn dann von den „Foodies“ bereits ein solches Verhalten gezeigt wird, dann kannste‘ doch den Laden direkt zusperren. Das ist ein Scheitern des Kollektivs auf höchstem Level.

Wenn gleich mich der letzte Punkt nicht nur leicht ankotzt, es war ein nahezu traumhaftes Wochenende. Super Menschen, tolle Stimmung, leckeres Essen und viele neue und interessante Einblicke in andere Küchen und Gedankengänge. Ich denke ich habe (neben einer halben Tonne Schokolade) viel Neues und zukünftig hoffentlich hilfreiches für mich mitgenommen.

 Weitere Reviews..

(Kein Anspruch auf Vollständigkeit)